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Hagelisten
25 j. Jubiläum
Wagenbau

Hagelisten-Schützengesellschaft

Hagelisten Wagenbau Devblog

Ich (Mirco Schröder) bin seit 11 Jahren offiziell Mitglied im Hagelisten Wagenbau und habe in diesem Jahr ein neues Projekt gestartet: Den Hagelisten Wagenbau "Devblog" (Link siehe oben). Diesen habe Ich bei Blogger.com erstellt. Der Zweck dieses Blogs besteht darin, zu zeigen, wie lange tatsächlich an den Karnevalswagen geschraubt, geklebt und gemalt wird. Nicht-Wagenbaumitglieder können dadurch den aktuellen Fortschritt während der Bauphase verfolgen und sehen was sonst noch so alles in der Vorkarnevalszeit passiert. Eventuell können wir durch diesen Blog auch Nachwuchs für den Wagenbau interessieren.

Wagenbau-2014

Die aktuelle Mannschaft des Wagenbau:

Ewald Schröder, Winfried Teupe, Wolfgang Hülsmann, Manuel Bergjan, Daniel Bitter, Peter Dehne, Carsten Frede, Thomas Hermeling, Hermann Kattenbeck, Sebastian Kattenbeck,Horst Kläver, Dieter Löckemann, Andreas Middelhoff, Matthias Sandfort, Mirco Schröder, Peter Schnepf, Peter Tecklenborg, Manfred Teupe, Dieter Fontein, Karl-Heinz Althoff.

Die Arbeit der Wagenbauer

Karneval und Rosenmontagszug - zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind. Doch so war es nicht immer, auch in Emsdetten nicht. Hier und da hatte es vor 1914 kleine Umzüge gegeben. Da hatte dann eine Schützengesellschaft einen kleinen “Lindwurm der Freude” zusammengestellt. Zwei, drei oder vielleicht vier Narrenschiffe waren es, die durch das Dorf gezogen wurden. Spaß hat es allen gemacht; denn damals wie heute war die Bevölkerung engagiert dabei, wenn Karneval gefeiert wurde. Schon hier zeigt sich, daß die Schützengesellschaften, allen voran die Hagelisten, Träger des “Fastaobends” waren. Bereits im Gründungsjahr der KGE hat es den ersten offiziellen Rosenmontagszug gegeben.

1922, die harten Nachkriegsjahre waren gerade überstanden, wagte man sich wieder daran, einen Umzug zu organisieren. Wenige Wagen rollten damals durch das Dorf und ließen für einige Stunden den harten Alltag vergessen.

Unter Rudolf Bertels gab es 1936 den ersten Rosenmontagszug, wie wir ihn heute kennen. Festlich geschmückte Narrenschiffe wurden von schweren Pferden gezogen. In den Straßen herrschte frohe Narretei, doch schon bald war der Karneval kein Thema mehr. Hitlers Armeen marschierten, mit dabei auch viele Emsdettener.

Dem Zusammenbruch Deutschlands folgte der Wiederaufbau, und da blieb auch nicht die Zeit, prächtige Narrenschiffe zu bauen. Doch die Organisation lief. Alle Vorbereitungen wurden getroffen, bald wieder nach außen hin zu erscheinen. 1949 rollten die ersten Wagen zur Freude der Bevölkerung durch Emsdetten, und seither gehört der Rosenmontagszug wieder zum festen Bestandteil des heimischen Karnevals. Ausnahmen gibt es aber doch wieder. Im Jahre 1962, Theo Fallenberg regierte als Tollität in Dottland, ließen die Verantwortlichen den “Lindwurm der Freude” angesichts der Trauer um die Opfer der großen Flutkatastrophe in Hamburg ausfallen. 1990 wurde der Rosenmontagszug vom Winde verweht, Stadtprinz Klaus Hellwig konnte am Samstag darauf aber seinen Zug präsentieren, natürlich war die Stimmung auch ein wenig weggeweht. Schließlich wurde 1991 aufgrund des Golfkrieges des Rosenmontagszug ersatzlos abgesagt. Tollität Ewald Schmedt kam daher in den Genuß einer zweijährigen Regentschaft, deren Höhepunkt der Rosenmontagszug 1992 war.

Zwischen 1950 und 1962 wurden die meisten Wagen, auch die der Hagelisten, in der Werkstatt Waterkämper gefertigt. Bemalt und geschmückt wurden sie in der Firma Stroetmann, im Herzen der Stadt. Nach dem Umzug wurden die Narrenschiffe für ein Jahr in der Hollinger Schule, bei Plugge in Austum und auch bei Grabenschröer untergestellt.

Für die Entwürfe der Narrenschiffe zeichnete Architekt Karl Krautwald verantwortlich. Für das Ausschmücken war Hein Müllmann verantwortlich. Später übernahm Bernhard Müllmann diese Aufgabe mit viel Geschick und Liebe zum Detail.

Seit 1962 war der KGE - Wagenbau fest mit dem Namen Arnold Ortmeier verbunden. Der stellte in diesem Jahr erstmals seine Scheune für die fleißigen Helfer zur Verfügung. Viele Jahre bis zu seinem plötzlichen Tod waren die Wagenbauer um Heinz Mussenbrock, der 1965 zusammen mit August Grabenschröer an die Spitze dieses eingespielten Teams gewählt wurde, bei “Nold” zu Gast gewesen.

Auch dieser Rückschlag wurde verkraftet, heute arbeitet man in einer Scheune an der Westumer Landstraße. Selbst ein komplettes Abbrennen einer Scheune, mitsamt den Wagen, hervorgerufen durch Brandstiftung, tat der Tätigkeit keinen Abbruch.

Die Wagenbauer der Gesellschaften koordinierten miteinander. Das Ergebnis: immer bunter und schöner wurde der Karneval. Mit viel Pfiff und einer großen Portion Raffinesse und Humor hat Heinz Mussenbrock seither die Prinzenwagen und andere Wagen der Karnevalsgesellschaft entworfen. Die Handschrift von Mussenbrock ist unverkennbar und zu einem Gütezeichen des Emsdettener Karnevals geworden.

Allein verantwortlich ist der gelernte Elektriker seit 1970 für den Wagenbau. Zu dieser Zeit schied Grabenschröer aus. Das Team blieb aber zusammen, viele Wagenbauer waren es, die sich in kalten Scheunen oft Abend für Abend nach Feierabend noch einmal wieder an die Arbeit machten. Lohn für die mühevolle Arbeit waren Jubel und Lachen der Emsdettener beim Rosenmontagszug.

Trotz fortschreitender Technik in vielen Bereichen des Lebens hat sich für die Wagenbauer nicht viel geändert. Vieles ist Handarbeit geblieben, und so sind die Wagenbauer in der Zeit nach Weihnachten bis zum Tag vor Rosenmontag Abend für Abend und an den Wochenenden damit beschäftigt, die Fest- und Prunkwagen fertigzustellen. Hier sind Idealisten am Werk, die Spaß daran haben, anderen eine Freude zu bereiten. Häufig sind sie auch am Rosenmontag im Einsatz und sehen nicht einmal alle Wagen, die durch die Stadt rollen.

 

Wagenbau der Hagelisten

Die Wagenbauer der Hagelisten stehen diesen Männern in nichts nach.

Wie schon mehrfach erwähnt, waren die Hagelisten von Anfang an aktiv im Wagenbau, sie gehörten zu den ersten Gesellschaften, die Wagen bauten.

Und auch diese Geschichte war und ist bis heute eine Leidensgeschichte, ständig wechselten die Wagenbauorte bis heute.

In den 60er Jahren bis 1970 wurden die Wagen der Hagelisten bei Waterkämper gebaut. In diesen Jahren waren überwiegend Mitglieder des Vorstandes und andere Freiwillige aktiv, so z.B. A. Brockmann, H. Löchte oder J. Dülle.

Zu diesem Zeitpunkt gründete sich ein Wagenbaukommitee. Dadurch wurde die gesamte Organisation deutlich verbessert, was sich natürlich in der Qualität der Rosenmontagswagen widerspiegelte.

Ab 1971 bis 1977 konnte die Wagen dann in der Schoppe unseres Vereinslokals Mölljans gebaut werden. Aber auch hier machten bauliche Veränderungen den nächsten Umzug erforderlich. Glücklicherweise konnte das Materiallager bis 1995 bei Mölljans auf dem Dachboden eingerichtet werden. In diesen Zeiten fanden unsere Wagenbauer immer wieder Unterstützung des Hauses Mölljans, wenn es um das leibliche Wohl während der langen Arbeitseinsätze ging. Eine schöne und angenehme Zeitspanne, aber auch hier gab es keine endgültige Heimat.

1978 bis 1980 konnte man die Wagen auf dem Hof Niesmann bauen. Als dieser abgerissen wurde, da ein Neubaugebiet der Stadt entstand, war der nächste Umzug perfekt. Ab da wurde fast jährlich gewechselt, 1981 beim Bauunternehmer Rudi Schmitz, 1982 bei Lanvers, 1983 bei Bauer Recker, 1984 bei Bauer Beckwermert im Hagenkamp. Eine Odyssee ohne Ende, man muß sich nur den Aufwand vor Augen halten, denn immer wieder mußten die Unterkünfte zunächst hergerichtet werden, um sie dann anschließend wieder abzubauen.

Erst 1985 konnten die Wagenbauer wieder einmal eine Unterkunft für mehrere Jahre finden. Bis 1990, als wieder ein Abbruch anstand, konnten die Wagenbauer in Stroetmanns Fabrik bauen. Danach zog man in die Berge. Hof Vennemann am Südring bot Unterschlupf für die Jahre 1991 bis 1995. Auch dieses Gebäude wurde verkauft, es folgte der Umzug an die Diekstraße. Ein altes Lager bot Station für das Jahr 1996. Weiter ging es zur Südstraße. 1997 war gerade ein Holzlager freigeworden, klein aber fein wurden wieder drei Wagen gefertigt. Und die Aussicht:

Kein Happy End, es folgte 1998 der nochmalige Umzug zum Hof Vennemann.

Im Jahr 2001 hatten die Wagenbauer eine Bleibe in der Halle Haase gefunden.

2002 bauten Sie Ihre Wagen in der Halle Heitmann.

Für diese unermüdliche Energieleistung gilt den Wagenbauern die größte Anerkennung.

Die Geschichte der Hagelisten im Wagenbau ist lang. An anderer Stelle wurde mehrfach darauf hingewiesen. Viele ungezählte Mitglieder und Freunde der Gesellschaft haben Jahr für Jahr ungezählte Stunden in zum Teil unwirklichen Begleitumständen immer wieder für tolle Wagen im Rosenmontag gesorgt.

Dazu war und ist erforderlich, daß Wagen zur Verfügung stehen, auf denen die Motive gebaut werden können. Die Landwirte Eggers und Griese haben den Wagenbau seit langen dabei unterstützt. Mittlerweile hat sich die heutige Mannschaft um Wagenbauchef Ewald Schröder einen Wagen gekauft. Auch das deutet darauf hin, wie ernst und mit welche Hingabe die Wagen für den Rosenmontagszug gebaut werden.

22 Mitglieder zählt die aktuelle Wagenbaumannschaft. Eine Zahl, die nicht nur seit Jahren stabil ist, sondern die wächst. junge Mitglieder der Hagelisten bilden den  Nachwuchs in einer tollen Mannschaft. Hier wird das Wissen der “Alten” gerne weitergegeben, die Mannschaft lebt und das merkt man ihr an.

Wagenbauchef Ewald Schröder hält die Zügel fest in der Hand, lange vor Karneval beginnt er mit der Vorbereitung. Und hier wird er immer wieder von Heinz Mussenbrock unterstützt, der die Zeichnungen für den Wagenbau liefert.

Dieses Gespann ist in seiner Creativität nicht zu schlagen, zumal der Sohn von Ewald Schröder, Mirco, die beiden im Bereich Malerei und Grafik - Design kräftig unterstützt.

 

 

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